glossar : s
 
 
 
Sammeln (1) „Sammeln hat immer auch mit der Gewinnung von Macht über verderbliche Gegenstände zu tun. Die Objekte von Sammlungen müssen im rechten Zustand zusammengehalten werden, damit weder Fäulnisbakterien, Motten, Museumskäfer oder Diebe sich ihrer bemächtigen. Die Fähigkeit zur Machtausübung hat demnach ein exzellentes Übungsfeld im Zusammenhalten von Sammlungen. Umgekehrt wird die Anhäufung solcher Schätze, also dessen, was man schätzt, was man geschätzt und selektioniert hat, zum Ausweis der Macht.“
Karl Josef Pazzini
 
Sammeln (2) Die "Lust am Sammeln, Aufspüren, Bewahren" ist jetzt allgemein und ist als Zeichen zu deuten "daß in dem nächsten Zeitalter viel untergehen und verschwinden wird, daß es hohe Zeit ist, einige Proben des Frühergewesenen zu erhalten, denn bald wird dieses gänzlich fehlen."
Varnhagen von Ense in seinem Tagebuch am 7. April 1846, zit. bei: Henning Ritter: Preisfragen, in: Kursbuch 91, März 1988, Wozu Geisteswissenschaften, S.23
s. Historie
 
Sammeln (3)
"Sammeln macht krank, bereitet schlaflose Nächte, löst Familienstreit aus und verschuldet" Reiner Speck zur Art Frankfurt 1992
 
"Sammeln macht glücklich, frei und reich" Einleitung von Hadamovskys "Kleines Lexikon des Sammelns" von 1965
 
"Sammeln ist eine verbreitete Form abweichenden Verhaltens, nämlich der Unfähigkeit, Dinge dort liegen zu lassen, wo sie hingehören" Walter Grasskamp
 
Sammeln (4) Zweieinhalb Millionen eingelegte Fische füllen viereinhalb Regalkilometer und sechs der 16 Lagerräume im 'Spirits Buildung' des Natur-historischen Museums in London, wo alle Exemplare in Alkohol konserviert sind. Forschung am heutigen Homo sapiens findet in diesem Museum nicht mehr statt. Das Museum enthält 65 Millionen gesammelte, gekaufte, ererbte, geschenkte, gejagte, gefundene Tiere, Pflanzen, ihre Produkte, zugeflogene Meteoriten, ausgegrabene Fossillien. Das Naturhistorische Museum London vermehrt sich jährlich um ca. 300.000 - 400.000 Objekte.
 
Sammelobjekt “Ein Sammelobjekt kann also an die Stelle der Sprache treten und dem Austausch zwischen zwei Welten dienen. Die unsichtbare Welt wird bei Pomian oft mit der Welt der Toten gleichgesetzt. Zuerst konnte man nur durch die Sprache, mit der man von den Toten spricht, in einen Austausch mit ihnen eintreten. Dann übernehmen auch Gegenstände die Funktion, die Lebenden mit den Toten zu verbinden. Solche Gegenstände wie Grabbeigaben, Opfergaben, Reliquien oder sakrale Gegenstände sind die Urformen der Sammelobjekte. Sie wurden verwendet, um mit den Toten zu 'kommunizieren'. Die Kommunikation wurde z.B. praktiziert, indem den Toten bestimmte Opfergaben geschenkt wurden. Die ' Gegenstände, die in den Bereich der Toten übergehen sollten, wurden rituell zerstört. In chinesischen Tempeln werden heute noch Opfergaben aus Papier verbrannt, damit sie im jenseits empfangen werden können. Die Grabbeigaben wurden begraben und vor den Augen der Lebenden verborgen, "damit sie von den Bewohnern des jenseits betrachtet" und immerfort "bewundert" werden konnten." Yoko Tawada (im Rückgriff auf Pomians Ursprung des Museums
 
Sammler (1) "Ärgerlich und lächerlich ist mir ein Verlesen, dem ich sehr häufig unterliege, wenn ich in den Ferien in den Straßen einer fremden Stadt spaziere. Ich lese dann jede Ladentafel, die dem irgendwie entgegenkommt, als Antiquitäten. Hierin äußert sich die Abenteuerlust des Sammlers."
Sigmund Freud
Sammler (2) "Vielleicht läßt sich das verborgenste Motiv des Sammelnden so umschreiben: er nimmt den Kampf gegen die Zerstreuung auf. Der große Sammler wird ganz ursprünglich von der Verworrenheit, von der Zerstreutheit der Dinge angerührt, in dem die Dinge sich in der Welt vorfinden. [...] Der Sammler dagegen [im Unterschied zum Allegoriker] verneint das Zusammengehörige; es kann ihm derart gelingen, Über die Dinge durch ihre Verwandtschaft oder durch ihre Abfolge in der Zeit zu belehren. Nichtsdestoweniger aber steckt [...] in jedem Sammler ein Allegoriker [...]. Auf der andern Seite wird gerade der Allegoriker, für den die Dinge ja nur Stichworte eines geheimen Wörterbuches darstellen, das ihre Bedeutung dem Kundigen verraten wird, niemals genug an Dingen haben...".
"...dem Sammler ist in jedem seiner Gegenstände die ganze Welt präsent und zwar geordnet. [...] Man erinnere doch nur, von welchem Belang für einen jeden Sammler nicht nur sein Objekt sondern auch dessen ganze Vergangenheit ist, ebensowohl die zu dessen Entstehung und sachlicher Qualifizierung gehört wie die Details aus dessen scheinbar äußerlicher Geschichte: Vorbesitzer, Erstehungspreis, Wert etc. Dies alles, die 'sachlichen' Daten wie jene anderen, rücken für den wahren Sammler in jedem einzelnen seiner Besitztümer zu einer ganzen magischen Enzyklopädie, zu einer Weltordnung zusammen, deren Abriß das Schicksal seines Gegenstandes ist."

Walter Benjamin
 
Sammler (3) "...der Sammler aber geht voran gleichsam im Rückwärtsgang mit dem Rücken in Richtung Zukunft, rückwärtsgewandt seine eigenen Spuren und die seiner Vorgänger sichernd..."
Timm Ulrichs,1990
 
Sammler (4) So wie ein kleines Kind die Hand ausstreckt, um das Ding, das es benennt, zu ergreifen, so stellt der leidenschaftliche Sammler, das Auge im Einklang mit seiner Hand, für den Gegenstand die lebensspendende Berührung seines Herstellers wieder her. Der Feind des Sammlers ist der Museumskurator. Im Idealfall sollten Museen alle fünfzig Jahre geplündert und ihre Sammlungen wieder in Umlauf gebracht
werden..."
Bruce Chatwin, 1989
 
Sammler (5) "Tom Sawyer hatte innerhalb von kurzer Zeit durch Tausch und Sammeln folgende Dinge in seinen Besitz gebracht: 12 Murmeln, ein Stück von einer Mundharmonika, einen Scherben blaues Flaschenglas, durch den man hindurchschauen konnte, einen Revolver, einen Schlüssel, der nicht aufschloß, ein Stück Kreide, einen Glasstöpsel von einer Karaffe, einen Zinnsoldaten, zwei Kaulquappen, sechs Knallfrösche, ein einäugiges Kätzchen, einen Türgriff aus Messing, ein Hundehalsband - aber keinen Hund, einen Messergriff, vier Orangenschalen, und einen verrotteten alten
Fensterrahmen."
(Mark Twain,1965)
 
Sammler (6) "Ein Gegenstand in einer Museumsvitrine muß die der Natur entfremdete Existenz eines Tieres im Zoo ertragen. In einem Museum stirbt der Gegenstand - An Erstickung und den starren Blicken des Publikums -, während der Privatbesitz dem Besitzer das Recht und die Notwendigkeit der Berührung zugesteht. So wie ein kleines Kind die Hand ausstreckt, um das Ding, das es benennt, zu ergreifen, so stellt der leidenschaftliche Sammler, das Auge im Einklang mit seiner Hand, für den Gegenstand die lebensspendende Berührung seines Herstellers wieder her. Der Feind des Sammlers ist der Museumskurator. Im Idealfall sollten Museen alle fünfzig Jahre geplündert und ihre Sammlungen wieder in Umlauf gebracht werden..."
Bruce Chatwin, 1989
 
Sammlung (1) "Eine Sammlung ist jede Zusammenstellung natürlicher oder künstlicher Gegenstände, die zeitweise oder endgültig aus dem Kreislauf ökonomischer Aktivitäten herausgehalten werden, und zwar an einem abgeschlossenen, eigens zu diesem Zweck eingerichteten Ort, an dem die Gegenstände ausgestellt werden und angesehen werden können." K. Pomian
Sammlung (2) „In einer bestimmten Hinsicht ist das Museum die charakteristischste Institution der Moderne. Man sammelte sicherlich immer, aber erst in der Moderne konnte das Museum, d.h. die staatliche Sammlung, ihre heutige zentrale kulturelle Position erlangen. Mit der fortschreitenden Aufklärung und Säkularisierung wurde es zunehmend schwieriger, sich auf das ewige Gedächtnis Gottes oder auf die ewigen Gesetze der Vernunft und Natur zu verlassen, um irgendwelche Identität, einschließlich der kulturellen, dauerhaft zu sichern. Das ist der Grund, warum gerade in der Moderne ein künstliches Gedächtnis oder ein kulturelles Archiv: ein Museum geschaffen wurde, um Erinnerungen in der körperlichen Form von Büchern, Bildern und anderen Artefakten zu erhalten. Die moderne Subjektivität hat heute keine andere Definitionsmöglichkeit als durch das Sammeln.“
Boris Groys
s. Speicher(n)
 
Sammlung (3) "Zweck der Aufsammlungen ist es, Material, welches zur musealen Aufbewahrung und Aufstellung geeignet ist, für das Heeresmuseum sicherzustellen, um ein lebendiges Bild des Krieges [Hervorhebung im Text] und seine Nebenerscheinungen in Front, Etappenraum und Hinterland darzustellen....Als ideeler Endzweck der Sammlung gilt [die]...Gesamtdarstellung...der k.u.k. Wehrmacht im Kriege...Das feindliche Material soll in erster Linie dazu dienen, als Trophäe [Hervorhebung im Text] Zeugnis von den erfolgreichen Kämpfen der k.u.k. Armee zu geben....Doch soll die Größe des Gegenstandes kein Hindernis sein, den Abtransport an das Heeresmuseum durchzuführen (z.B. Scheingeschütze, zerschossene Häuserzeilen etc.)."
Instruktionen für den Sammeldienst des k.k. Heeresmuseums. K.k. Armeekommando, Mai 1918.
 
Schatz; Schatzhaus „Den Unsterblichen weihte man Zeug als Tempelgüter, den Toten die die Sterblichkeit hinter sich hatten, gab man Zeug als Grabbeilage mit: Nahrung und Kleider, Geräte, Waffen und Tauschmittel Dinge die irgendwie am Vermögen des Schatzes teilnehmen und durch diese Teilnahme ein fernes oder heimgegangenes Begehren wieder erwecken sollen, nicht aber die Not eines Bedürfnisses befriedigen. Mehr noch erfüllten diesen Zweck solche Kleinodien, die jenseits jedes Nutzens nur ausgestellt werden, exponiert nicht um durch den Blick auf sie ein Verlangen, sondern um ein Begehren des Erblickens selbst zu wecken: das Begehren nach dem Unsichtbaren. Das ursprüngliche Schatzhaus ist ein Geisterhaus, das man aufspaltete in das Gotteshaus und in das Totenhaus mit ihren Schatzkammern ,Thesaurus und Grab' zwei Orte, die jenseits vom Leben zum Tode vor den Schicksalen der Sterblichen und ihrer Gier zu sichern waren. Zunächst durch das Tabu, Tempelschätze durch eine Privatisierung der Öffentlichkeit zu entziehen, und durch das Tabu, die verborgenen Totenschätze durch Ausgrabung ans Licht zu bringen und zu enthüllen. Auf diese Weise verteilten Tempel und Grab die unentscheidbar zwiespältige Wahrheit des Schatzes auf zwei entgegengesetzte Stätten, indem man ihren imaginären Ort jenseits der Sterblichen aufspaltete: auf den offenen Schauplatz der Offenbarung und auf das verschlossene, verschwiegene Gebiet der Mysterien. Zwischen diesen Stätten zirkulieren die unheimlichen Dämonen des Schatzes.“ Hans-Dieter Bahr
s. Tempel
 
Schatz der Erinnerung "Welcher Reichtum, welche Schätze! heute kaum ein flüchtiger Überblick! [...] ich habe im Strudel alles gesehen, genossen; fleißig bin ich gewesen, den ganzen Tag auf den Beinen, und noch ist viel zu sehen; - um das Gute zu behalten und mir einen Schatz der Erinnerungen zu schaffen, muß ich es noch einmal sehen [...] weitere Beschäftigung wäre teils nicht eine weitere Bekanntschaft, sondern ein wiederholter Genuß, - freilich wann kann man aufhören, diese gemalten Bilder zu sehen...".... "Bei der unendlichen Mannigfaltigkeit jedoch, zu welcher sie [die Malerei] auseinanderläuft und deren Seiten sich in den besonderen Kunstwerken vereinzeln, erscheinen diese zunächst nur als eine bunte Menge, welche, indem sie sich für die Betrachtung nicht ordnet und gliedert, nun auch die Eigentümlichkeit der einzelnen Gemälde wenig sichtbar macht. So erscheinen z. B. die meisten Galerien, wenn man nicht für jedes Bild schon eine Bekanntschaft mit dem Lande, der Zeit, der Schule und dem Meister, dem es angehört, mitbringt, als ein sinnloses Durcheinander, aus welchem man sich nicht herauszufinden vermag. Das zweckmäßigste für das Studium und den sinnvollen Genuß wird deshalb eine historische Aufstellung sein. Solch eine Sammlung, geschichtlich geordnet, einzig und unschätzbar in ihrer Art, werden wir bald in der Bildergalerie des hier errichteten Königlichen Museums [Altes Museum in Berlin] zu bewundern Gelegenheit haben, in welcher nicht nur die äußerliche Geschichte in der Fortbildung des Technischen, sondern der wesentliche Fortgang der inneren Geschichte in ihrem Unterschiede der Schulen der Gegenstände und deren Auffassung und Behandlungsweise deutlich erkennbar sein wird."
G.W.F. Hegel
 
Sehenswürdigkeit "Tourismus will dem Subjekt die bewußte Wahrnehmung der eigenen Sinne und Triebe vermitteln, denn das ist seine Ware, wobei die Ökonomie der Sache nach die konsumkanalisierte Rezeptivität und das Auge betont, weil die Dinge am längsten ausbeutbar sind, die nur fürs Auge sind, denn das Auge beschädigt die Landschaft weniger als die Moonboots - engste Parallele zum Museum."
Wolfgang Zacharias, 1987
Shmoo 1948 kommen Milliarden Shmoos aus dem Valley of the Shmoon, um sich über die ganze Welt zu verbreiten und den Menschen alles zu geben, was sie brauchen.
Anschließend müssen die Shmoos vernichtet werden, weil sie geschäftsschädigend sind.
Der Karikaturist Al Capp schuf die Shmoos als eine Art Amöbenart.
In Claes Oldenburgs Mouse Museum überlebte ein Shmoo unter der Inventarnummer 46.
 
Simulacrum Trugbild; Blendwerk; Schein; Fassade. Vom Lateinischen simulacrum = Bild, Abbild; Schatten, Gespenst; Statue, Götterbild.
 
Souvenir Reiseandenken. Der Gegenstand an sich ist unbedeutend, sei dies nun ein Buddelschiff in Zigarettenschachtelgröße, ein Silberlöffelchen mit Wappen oder eben eine Wurzel, Steine oder Muscheln. So häuft sich Steinchen um Steinchen oder Löffelchen um Löffelchen zu Hause an. Mit rationalen Überlegungen ist dem Souvenir nicht beizukommen. Auch wenn man noch so viele vergleichbare Dinge zu Hause hat, man kauft es dennoch. Ein Souvenir ist nicht zum Gebrauch bestimmt. Man kauft es auch nicht, um es vorzuzeigen. Letztendlich kaufe ich ja nicht nur ein Löffelchen, ich kaufe mit dem Löffelchen die nichtalltäglichen Erlebnisse der vergangenen Tage oder Wochen. In einem Souvenir scheinen Erinnerungen festgeschmolzen, die ohne diesen Gegenstand in Gefahr sein könnten, verloren zu gehen.
s. auch: König Ludwigs letzter Schal
 
Speicher (1) Speicher leitet sich ab vom lateinischen spicarium. Spica ist die Éhre. Ein Speicher ist also das Vorratsbehältnis für Korn. Der Speicher dient demnach der Vorratshaltung. Der Speicher dient der Sicherstellung der Ernährung für eine Zeit, wo nichts wächst. Speichern: Aufnehmen und Auscheiden findet ontogenetisch ihr auf den menschlichen Körper bezogenes Vorbild in der Aufnahme von Nahrung und der Ausscheidung der Reste.
Sammeln, Speichern, hat es mit einem aufgeschobenen Verdauungsprozeß zu tun, ist auch eine Regression, Wunsch nach Bemächtigung, nach Ergänzung desen, was fehlt, Vermeidung von Leere, unerfüllbare Sehnsucht nach dauerhafter Schließung der Öffnung, nach dem Ganzen.
Die Vorratshaltung beugt gegen den Tod im Winter vor. Schon das ist eine große Leistung: Verzicht auf die Unmittelbarkeit der Befriedigung. Ein geringeres Maß an Befriedigung im Sommer unter Umständen in Kauf nehmen, um den Winter zu überleben.
Steigerung: Gleichmäßiges Überleben. Schon dazu mußten die gesammelten und aufgehobenen Nahrungsmittel behandelt werden. Sie wurden in eine Art kon servierenden Schlaf überführt, um dann zur Zeit geweckt aufgeweckt zu werden (Weckgläser?).
Mit der allmählichen Ablösung des Lebens überhaupt von den alltäglichen wie jährlichen Naturzyklen geht dann eine Sammlertätigkeit und Vorratshaltung einher, die bei weitem nicht mehr auf die Nahrungsmittel beschränkt bleibt. Der ausreichende Vorrat an Geld, Kredit, Kapital, Produktivkraft erst ermöglicht die Existenz, verleiht so etwas wie Identität.
s. Schatz
 
Speicher (2) "Ähnlich den Atommülldeponien in Salzstöcken ist an die Konservierung von Kunstwerken in Bunkern und Bergwerken zu denken, die man für solche Zwecke in Kriegszeiten bereits genutzt hat.
Die Zeiten überdauern kann auch, was "bombensicher" unter Verschlu gebracht oder einbetoniert ist, wie man das 1978 mit dem von Leichendieben bedrohten Charlie Chaplin realisiert hat und vordem des öfteren mit Giftmüll: So etwa hat man 1970 12.540 mit tödlichem Nervengas gefüllte Raketen in Beton-Stahl-Blöcken eingesargt und 230 Meilen vor der Küste von Florida ins Meer versenkt, in der Hoffnung, daß diese "Minimal-Art"-Kuben ihren Inhalt nicht so bald freigeben werden..."
Timm Ulrichs, 1990
 
Spektakel Spectac(u)lum, lat. = Tribüne; Theater; Schauspiel; Augenweide. Spectator = Zuschauer; Beobachter; Beurteiler
s. Betrachter
 
Staunen Unter Staunen verstehe ich die Macht des ausgestellten Objekts, den Betrachter aus seiner Bahn zu werfen, ihm ein markantes Gefühl von Einzigartigkeit zu vermitteln, eine Ergriffenheit an ihm zu provozieren.
Stephen Greenblatt: Resonanz und Staunen, in: ders.: Schmutzige Riten, S.15. Frankfurt 1995
 
Surrogat s. Ersatz
 
Symptome s. Erinnerungssymbole